Stefan Beregus (li.) und Rolf Fortmüller (re.) trommeln gemeinsam für mehr Mitbestimmung im Werkstattbereich

Nichts über uns – ohne uns

Kuchen, Musik und viele gut gelaunte Gesichter: zum Aktionstag „20 Jahre Werkstättenmitwirkungsverordnung“ kamen rund 50 Beschäftigte und Mitarbeiter der Pestalozzi-Werkstatt Burgwedel auf dem Betriebshof in der Pestalozzistraße zusammen, um gemeinsam auf die Bedeutung der Arbeit der Werkstatträte aufmerksam zu machen.  Stefan Beregus, Vorsitzender des Werkstattrates der Pestalozzi-Stiftung, eröffnete gemeinsam mit Oliver Paasch, Leitung Werkstätten für Teilhabe am Arbeitsleben, die Veranstaltung.

Anschließend hielt Burgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller eine Rede über die Bedeutung von Mitsprache und Mitbestimmung im Werkstattbereich. „Der Werkstattbereich der Pestalozzi-Stiftung ist mit seinen vielfältigen Arbeitsangeboten eine Bereicherung für die Stadt Burgwedel“, so Fortmüller. „Werkstatträte, als Vertreter der Werkstatt-Mitarbeitenden, tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung, Verbesserung oder Schaffung von neuen Arbeitsbereichen bei.“

Damit dies gelingt, ist auch ein stetiger Austausch mit der Politik notwendig. Daher äußerte sich Fortmüller erfreut darüber, dass einige Mitglieder des Werkstattrates an einer Sitzung des Ortsrates als Zuschauer teilgenommen hatten und betonte, er werde auch weiterhin die Arbeit des Werkstattrates unterstützen. Die anwesenden Beschäftigten hatten in diesem Rahmen die Möglichkeit, Wünsche an Gemeinde und örtliche Politik zu äußern. Dazu zählten unter anderem eine Straßenbahnanbindung in Großburgwedel und mehr Barrierefreiheit im Innenstadtbereich und am Bahnhof.

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Zeigen können, was Tag für Tag gearbeitet wird

Ob Aufbau von Ikea Möbeln für die Ikea Fundgrube oder die Konfektionierung von verschiedenen Keilriemen für die Firma Continental – in der Pestalozzi-Werkstatt in Mellendorf gibt es für die rund 40 Beschäftigten jede Menge zu tun. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigten Beschäftigte und Mitarbeiter am 04. September 2021 beim Tag der offenen Tür motiviert ihren Gästen in der Wedemarkstr. 50. Anlass für die Öffnung war nicht nur die 175-Jahrfeier der Stiftung. Die Werkstatt nutzte die Gelegenheit, auf diesem Wege Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischer Erkrankung abzubauen und Kontakte zu Bürgern zu ermöglichen. Bei strahlendem Sonnenschein und leckerem Kuchen zeigten Beschäftigte und Mitarbeiter allen Interessierten stolz ihren Arbeitsplatz und selbst gefertigte Produkte.

„Unsere Beschäftigten und Mitarbeiter haben den Tag genossen und mit viel Engagement daran mitgearbeitet, dass dieser Tag ein Erfolg wird“, so Stephanie Helgert, Leiterin der Betriebsstätte Mellendorf. „Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Tages hat allen Spaß gemacht und hatte auch etwas teambildendes.“ Auch die Gäste der Werkstatt äußerten sich positiv über ihren Besuch. Bei vielen bestand ein großes und ehrliches Interesse an der Arbeit, die in der Werkstatt geleistet wird. Einige zeigten sich überrascht, wie hochwertig die ausgeführten Arbeiten seien. Viele Angehörige kamen untereinander ins Gespräch und nutzten diesen Tag, um sich auszutauschen.

Die Betriebsstätte Mellendorf liegt eingebettet in den Sozialraum, d.h. umgeben von Ladengeschäften, Schulen und Wohnhäusern im Zentrum der Gemeinde Mellendorf. Ziel ist es, Teilhabe am Arbeitsleben dort umzusetzen, wo Arbeit und Begegnung stattfindet. „Wir sind hier mittendrin – unsere Arbeitsstätte ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, sagt Stephanie Helgert. Das ist aber nicht das einzige, was an dieser Werkstatt besonders ist. „Unsere Werkstatt hat ein offenes Konzept. Es gibt keine festgelegten und abgeschlossenen Arbeitsgruppen, sondern eine tägliche gemeinsame Morgenrunde mit den Beschäftigten. Hier werden Arbeiten verteilt und es können Wünsche geäußert werden“, so Helgert. „Auch die Tatsache, dass es sich um eine Werkstatt für den Personenkreis „Menschen mit psychischer Erkrankung“ handelt, die jedoch auch Menschen mit geistiger Behinderung aufnimmt, wenn es für die Person passt, ist etwas Besonderes.“

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