Gedenken an die Opfer der Todesmärsche in Burgwedel

Samstag, 28. März 2026, um 10:30 Uhr

Eine Gedenktafel an einer Scheunenwand, darunter ein Busch, in dem Blumen stecken.

Die Bürgerinitiative „Gegen das Vergessen“ Burgwedel lädt gemeinsam mit der Pestalozzi-Stiftung zur diesjährigen Gedenkveranstaltung an der Alten Scheune in der Pestalozzistraße 22 ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 28. März 2026, um 10:30 Uhr statt.
Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und an das Leid der Opfer – eine Aufgabe, die nicht mit den vergangenen Jahrzehnten endet, sondern als bleibende Verantwortung verstanden wird. An der Scheune wird der Ereignisse gedacht, die sich dort in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs zugetragen haben.

Todesmärsche durch Burgwedel
Anfang April 1945, in der Osterwoche, wurden mehrere Evakuierungsmärsche mit insgesamt rund 5.000 KZ-Häftlingen – Juden und politischen Oppositionellen aus den von Deutschland besetzten Ländern – durch Burgwedel in Richtung Bergen-Belsen getrieben. Zuvor waren sie in kriegswichtigen Betrieben im Raum Hannover im Rahmen des nationalsozialistischen Programms der sogenannten „Vernichtung durch Arbeit“ eingesetzt worden.

Ein Zeitzeuge schilderte später die dramatischen Ereignisse in Burgwedel:
„Ein Zug von über 1.000 KZ-Häftlingen kam ins Dorf und wurde vom Ortsgruppenleiter der NSDAP, Wessarges, für eine Nacht in der Großen Scheune der Landwirtschaft der Stiftung einquartiert. In der Nacht versuchten die erschöpften Häftlinge, den Brotwagen zu stürmen. Die SS-Wächter schossen sie zusammen. Morgens lagen etwa 20 Tote auf dem Hof. Dann wurde der Elendszug weiter nach Fuhrberg getrieben.“
Die Alte Scheune der Pestalozzi-Stiftung steht damit exemplarisch für die Gewalt, Entrechtung und den Tod, die das nationalsozialistische Regime über Europa brachte. Zugleich ist sie heute ein Ort des stillen Erinnerns und der gemeinsamen Verantwortung.

Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus
Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen betonen die Veranstalter die Bedeutung eines aktiven Erinnerns. Es gelte, Ausgrenzung, Rassismus und autoritärem Denken entschieden entgegenzutreten und die Werte von Demokratie, Menschenwürde und Solidarität sichtbar zu verteidigen.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung werden traditionell die beiden Friedenslieder „Das Lied der Moorsoldaten“ und „Der Mandelbaum“ gemeinsam gesungen. Zudem werden Blumen des Gedenkens in den „Busch der Hoffnung“ unterhalb der Gedenktafel gesteckt, um der Opfer in würdiger Form zu erinnern.

Die Organisation der Veranstaltung liegt auch 2026 in der Verantwortung der Pestalozzi-Stiftung. Die Bürgerinitiative „Gegen das Vergessen“ Burgwedel freut sich über eine zahlreiche Teilnahme am 28. März 2026 an der Scheune der Pestalozzi-Stiftung.